Studien

STUDIEN DER DGPR

Abgeschlossene Projekte der Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR)

Da die Aufgabenbereiche der DGPR, die Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kontinuierlich fortgesetzt werden und institutionalisiert sind, werden nachfolgend einige Evaluationsuntersuchungen exemplarisch genannt:

 

·Studie zur Primärprävention des Rauchens bei Schülern
Kurse zur Primärprävention von Herz- Kreislauferkrankungen
·Studie zur Sekundärprävention in der stationären Rehabilitation
(Phase II nach WHO)
·Studie zur Sekundärprävention in der stationären Rehabilitation
(Phase II nach WHO)
·Studie zur Evaluation der Pilot-Präventionsgruppen der DGPR
·Ergebnisse der kombinierten stationären und
ambulanten kardiologischen Rehabilitation (Berliner KHK-Studie)

PRIMÄRPRÄVENTION DES RAUCHENS BEI SCHÜLERN

In dieser kontrollierten Interventionsstudie wurden Schüler in 7. Schulklassen durch 8 Unterrichtsstunden während 4 Wochen über gesunde Ernährung, Funktion von Herz- und Kreislauf und Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit informiert und geschult. Nach 2 Jahren war in der Interventionsgruppe der Anteil der Schüler, die neu zu Rauchen begonnen hatten, um 40 % niedriger als in der Kontrollgruppe und der Anteil stark rauchender Schüler um 50% in der Präventionsgruppe reduziert. Aus dieser Interventionsstudie wurden Unterrichtsmaterialien entwickelt und veröffentlicht. Dieses Projekt wurde 1993 mit dem Pro-Corde-Förderpreis der DGPR ausgezeichnet.

PUBLIKATIONEN:
Gohlke, H: Prophylaxe der Atherosklerose durch Stärkung von Nichtraucherverhalten. Z. Kardiologie 80, Suppl. 9: 35-39 (1991)

KURSE ZUR PRIMÄRPRÄVENTION VON HERZ- KREISLAUFERKRANKUNGEN

Multifaktorielle Intervention in einem 5-monatigen Kurs in Gruppen führte bei 128 Teilnehmern (Alter 31-69 Jahre) zu einer Besserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, signifikanten Abnahme der Hypertonie, Verminderung des Zigarettenrauchens (bei Männern!), signifikanten Zunahme des HDL-Cholesterins und signifikanten Abnahme der Triglyceride. Das Allgemeinbefinden wurde deutlich verbessert. Ein Jahr nach Kursende persistierten Blutdrucksenkung und subjektiv deutlich verbessertes Allgemeinbefinden. Die Studie belegt u.a., daß durch ein intensives Kursprogramm ein positives Gesundheitsverhalten erreicht werden kann, das aber zu seiner Erhaltung und Festigung wiederholter Interventionen bedarf.

PUBLIKATIONEN:
Kupper, W.. E.O. Krasemann, A. Rotermund-Plenge, E~ Schmidt: Ergebnisse von Kursen zur Primär-Prävention von Herz- Kreislauferkrankungen. Herz/Kreislauf (im Druck)

SEKUNDÄRPRÄVENTION IN DER STATIONÄREN REHABILITATION (PHASE II NACH WHO)

In der retrospektiven Studie wurde die Beeinflussung kardiovaskulärer Risikofaktoren während der 4-wöchigen stationären Rehabilitation (AHB) und nach 4 Jahren bei Patienten nach Herzinfarkt und nach Bypass-Op. untersucht. Nur das Rauchverhalten blieb unbeeinflußt, während Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Hypertonie deutlich gesenkt wurden. Nach 4 Jahren hatten diese Risikofaktoren (bis auf die Fettstoffwechselstörung) die Ausgangs-werte wieder erreicht oder sogar überschritten (Rauchen. Übergewicht). Diese Ergebnisse belegen die Notwendigkeit einer intensivierten, verhaltensmedizinisch orientierten Nachsorge zur Verstetigung der stationär erzielten Erfolge.

PUBLIKATIONEN:
Nüssel ,E., W. Scheuermann., C· Halhuber: Werden Risikofaktoren während und nach der stationären kardiologischen Rehabilitation wirklich beeinflußt? Präv.Rehab.4:61-67(1992)

SEKUNDÄRPRÄVENTION IN DER AMBULANTENREHABILITATION (PHASE III NACH WHO

In einer prospektiven Fallkontrollstudie fand sich bei den Teilnehmern (n = 157) ambulanter Herzgruppen ein und zwei Jahre nach Anschlußheilbehandlung eine deutliche und anhaltende Senkung des Gesamtcholesterins gegenüber den Nichtteilnehmern (n=82). Auch mehrere andere Risikofaktoren wurden positiv beeinflußt. In der sogenannten Service-Studie wurde das Risikofaktorenprofil von Teilnehmern ambulanter Herzgruppen nach einem Herzinfarkt (n = 2857) über durchschnittlich zwei Jahre verfolgt. Als bemerkenswerte Resultate dieser Anfang der Achtzigerjahre durchgeführten Studie ergaben sich deutliche Unterschiede in der Höhe des Gesamtcholesterins und des Nikotinabusus in den einzelnen Bundesländern. Insgesamt fanden sich 62 % Exraucher und nur noch 7 % weiter rauchende Teilnehmer, dagegen betrug der Anteil von Herzgruppenteilnehmern (nach Herzinfarkt) mit einem Gesamtcholesterin über 260 mg/dl Anfang der Achtzigerjahre noch 29 %! Im Verlauf von durchschnittlich zwei Jahren trat keine signifikante Änderung des Risikoprofils ein, das bei Beginn der Studie günstiger war als in der Gesamtbevölkerung. Folgerung: Nach diesen Untersuchungen wird das günstigere Risikofaktorenprofil von Teilnehmern ambulanter Herzgruppen nach Herzinfarkt über den Beobachtungszeitraum stabil erhalten.

PUBLIKATIONEN:
Nüssel, E., F. Matzdorf, K. König, W. Scheuermann et al.: Ergebnisse und Ziele der multizentrischen Koronargruppen-Studie unter Einbeziehung des Flächenversuchs Hessen in: Halhuber, C· und K. Traenckner (Hrsg): Die koronare Herzkrankheit - eine Herausforderung an Gesellschaft und Politik. Perimed, Erlangen 1986
Nüssel, E., H. Bergdolt, A. Wiesemann und W. Scheuermann: Werden Risikofaktoren in den Herzgruppen verändert? in: Maetzel, F.-K., E.O. Krasemann (Hrsg): 20 Jahre Hamburger Modell der kardiologischen Prävention und Rehabilitation Bilanz und Ausblick. Beltz, Weinheim 1992

EVALUATION DER PILOT-PRÄVENTIONSGRUPPEN DER DGPR

Die Auswertung der Ergebnisse der ersten sieben Präventionsgruppen zeigt folgende vorläufige Ergebnisse: Verminderung des Übergewichts um 5 %, Reduktion des erhöhten Gesamtcholesterins um 8 %, erhöhten LDL-Cholesterins um 11 %, Erhöhung des HDL-Cholesterins um 24 %, Reduktion erhöhter Triglyceride um 16 %.Zunahme der Leistungsfähigkeit um 10 %. Die Auswertung weiterer ,,klassischer Risikofaktoren" und psychosozialer Parameter ist z.Zt. noch nicht abgeschlossen.

Untersuchung über ein regionales Präventionssportprogramm
4,5 Monate dauerndes Präventionssportprogramm in Gruppen, das eine deutliche Besserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und psychosozialer Parameter ergab.

PUBLIKATIONEN:
Karoff, M. et al.: Ergebnis einer Untersuchung über ein regionales Präventionssportprogramm. Herz/Kreislauf (eingereicht)

ERGEBNISSE DER KOMBINIERTEN STATIONÄREN UND AMBULANTEN KARDIOLOGISCHEN REHABILITATION (BERLINER KHK-STUDIE)

Wichtigstes Resultat dieser Untersuchung an 5374 Patienten, die nach Herzinfarkt und/oder PTCA bzw. Bypass-Op. und 4-wöchiger Anschlußheilbehandlung in einer Rehabilitationsklinik über 2 Jahre verfolgt wurden, ist die signifikant niedrigere Sterblichkeit der Teilnehmer an ambulanten Herzgruppen im Vergleich zu den Nicht-Teilnehmern. Von diesem lebensverlängerten Effekt profitierten besonders die Teilnehmer im mittleren und höheren Lebensalter, Frauen mehr als Männer. Diese Untersuchung belegt die große Bedeutung einer Fortsetzung der Rehabilitation und Sekundärprävention am Heimatort nach ihrer intensiven Einleitung in der stationären Rehabilitation (,,intensivierte Nachsorge").

PUBLIKATIONEN:
Müller-Farnow, W.: Qualitätssicherung in der Rehabilitation in: Stationäre kardiologische Rehabilitation. Vortrag beim Deutschen Ärztekongress, Berlin 1994